{"id":97,"date":"2018-08-31T17:59:40","date_gmt":"2018-08-31T17:59:40","guid":{"rendered":"http:\/\/oratorium-ingolstadt.de\/?page_id=97"},"modified":"2023-08-24T11:50:34","modified_gmt":"2023-08-24T11:50:34","slug":"laienbrueder-im-oratorium","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/oratorium-ingolstadt.de\/?page_id=97","title":{"rendered":"Laienbr\u00fcder im Oratorium"},"content":{"rendered":"<p>Laienbr\u00fcder und Priesterbr\u00fcder bilden das Oratorium.<\/p>\n<p>Von Anfang an setzte sich das Oratorium aus Laien und Priestern zusammen. Es entstand aus den t\u00e4glichen Gebetstreffen, das von vielen Laien und wenigen Priester bestimmt war. Also gibt es kein Oratorium ohne Laien. Aus dem oratorium saeculare bildete sich allm\u00e4hlich ein oratorium clericale heraus, das entgegen der Bezeichnung nie allein aus Priesterbr\u00fcdern, sondern auch aus Laienbr\u00fcdern bestand.<\/p>\n<p>Der Laienbruder \u2013 besonderer Schatz des Oratoriums<\/p>\n<p>Wir im Oratorium Ingolstadt sehen eine besondere Wichtigkeit von Laienberufungen f\u00fcr unsere Zeit. Laienbr\u00fcder bringen ein eigenes Charisma mit, aus dem heraus sie ihr je eigenes Apostolat entwickeln. Im organischen Wachstum ergibt es sich erst nach und nach, welche Sch\u00e4tze ein Laienbruder in die Gemeinschaft einbringen kann.<\/p>\n<p>Worin liegt nun das Spezifische eines Laienbruders? Zuallererst ist er ein Oratorianer wie alle. Sein Leben ist um einen Ort des Gebets herum angelegt, der die Zentralit\u00e4t Christi in seinem Leben zum Ausdruck bringt. Mit dem Wort Gottes pflegt er famili\u00e4ren Umgang. Weil er geistliche \u00dcbungen in Gemeinschaft bevorzugt, leitet er auch eigene Gruppen, je nach Charisma z.B. einen Josephskreis, eine Rosenkranzgruppe oder regelm\u00e4\u00dfige Eucharistische Anbetungen. Auch Haust\u00fcr- oder Stra\u00dfenmission w\u00e4ren Beispiele eigener Apostolate.<\/p>\n<p>Das Charisma des Laienbruders ist sehr individuell.<\/p>\n<p>Die Charismen der Laienbr\u00fcder sind so verschiedenen wie die M\u00e4nner selbst. Deshalb zeigt sich der pers\u00f6nliche Schwerpunkt des Charismas erst im Laufe der Zeit, ganz konkret im Apostolat. Damit ein Laienbruder aber auch die Ressourcen zur Verf\u00fcgung hat, um alle Optionen des Apostolats auszusch\u00f6pfen, k\u00f6nnte es ratsam sein, \u2013 soweit m\u00f6glich \u2013 die Vollzeitbesch\u00e4ftigung im Zivilberuf auf eine Teilzeitbesch\u00e4ftigung zu reduzieren (eine Regel, die auch f\u00fcr die Priesterbr\u00fcder gilt).<\/p>\n<p>Andererseits darf die Berufst\u00e4tigkeit nicht nur als ein Bereich verstanden werden, der einfach so nebenher l\u00e4uft. Zur Entwicklung der Charismen des Laienbruders ist darauf zu achten, dass neben der geistlichen und pers\u00f6nlichen Weiterentwicklung auch die berufliche im Blick bleibt. Nur so k\u00f6nnen alle Gaben zum Bl\u00fchen gebracht werden.<\/p>\n<p>Nach innen hin gleicht er allen seinen priesterlichen Mitbr\u00fcdern, hat dieselben Rechte und dieselben Pflichten.<\/p>\n<p>Nach au\u00dfen bringt er andere St\u00e4rken ein, als es einem Priester kaum m\u00f6glich w\u00e4re. Weil er einen Zivilberuf aus\u00fcbt, begegnet er dort Menschen so, wie es ein Priester nie k\u00f6nnte. In seinem weltlichen Wirkungsfeld gibt er ein Zeugnis, dass Jesus Christus allein gen\u00fcgt. Von au\u00dfen bringt er andere Perspektiven mit ins Haus und bereichert so die br\u00fcderliche Gemeinschaft auf besondere Weise. Er ist eine st\u00e4rkere Klammer zur Welt und bringt neue Farben ins Oratorium.<\/p>\n<p>Laienbr\u00fcder schaffen Balance. Denn in den Herausforderungen der Pastoral unserer Zeiten steigt die Gefahr, dass die Priesterbr\u00fcder viel unterwegs sind. Oft ist niemand zuhause. Laienbr\u00fcder k\u00f6nnen hier ein Gegengewicht bilden und das Bewusstsein wachhalten, dass das Oratorium der erste Ort unseres Lebens sein muss. Durch ihre Zentripetalkr\u00e4fte k\u00f6nnen die Laienbr\u00fcder immer wieder die Zentrifugalkr\u00e4ften der Priester ausgleichen.<\/p>\n<p>Besondere Wertsch\u00e4tzung der Laienbr\u00fcder<\/p>\n<p>Dennoch muss ber\u00fccksichtigt werden, dass in der Au\u00dfenwirkung die Priesterbr\u00fcder oftmals eine gr\u00f6\u00dfere Wertsch\u00e4tzung erfahren als die Laienbr\u00fcder. Nach unserem Verst\u00e4ndnis sind sie aber gerade nicht als stille, verborgene Arbeiter im Hintergrund zu sehen. Selbst wenn es in der Kirchengeschichte immer wieder praktisch so gehandhabt wurde, sind Laienbr\u00fcder keine Mitbr\u00fcder zweiter Klasse, kein Weniger zu einem Priester. Ansonsten w\u00fcrde man der langen Reihe von Heiligen Unrecht tun, die keine Priester waren, z.B. der Hl. Franziskus, der Hl. Benedikt und viele W\u00fcstenv\u00e4ter. Wir sollten uns immer daran erinnern, dass auch der Hl. Philipp und der Hl. Ignatius zun\u00e4chst selbst keine Priester werden wollten.<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund sind alle Mitbr\u00fcder best\u00e4ndig aufgefordert, eventuelle Unterschiede in der Wertsch\u00e4tzung auszugleichen. Es scheint uns ratsam, f\u00fcr die Laienbr\u00fcder besondere Strukturen einzurichten, wie zus\u00e4tzliche Br\u00fcderkapitel, geistliche Austauschrunden oder Eckpunkte f\u00fcr eine regelm\u00e4\u00dfige Erneuerung und Vertiefung der eigenen Berufung.<\/p>\n<p>Fazit<\/p>\n<p>Laienbr\u00fcder sind eine unentbehrliche Vervollst\u00e4ndigung der br\u00fcderlichen Gemeinschaft. Deshalb erscheint uns ein Oratorium ohne Laienbr\u00fcder wie eine Gemeinschaft, die sich selbst vieler M\u00f6glichkeiten beraubt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Laienbr\u00fcder und Priesterbr\u00fcder bilden das Oratorium. Von Anfang an setzte sich das Oratorium aus Laien und Priestern zusammen. 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